Spendensortieraktion

Während der Wintermonate wurden die Spenden nicht mehr sortiert und aufgeräumt, da der Raum nicht geheizt ist und niemand zugemutet werden konnte dort bei großer Kälte aufzuräumen. Nun haben wir dementsprechend eine ziemlich große Umordnung, […]

Der Kampf mit den Behörden

Die Berichte über unsere Arbeit sind in den letzten Monaten weniger geworden. Das liegt zum einen daran, dass wir so viel zu tun haben, dass nur wenig Zeit für das Schreiben von Berichten bleibt und zum anderen, dass man über die Arbeit derzeit nicht so wirklich spannende Berichte schreiben kann.

Was ist nun in der Zwischenzeit passiert? Viele Familien haben den Prozess der Anhörung, oder auch Interview, wie die meisten Geflüchteten sagen, durchlaufen haben und sogar viele schon ihren Asylbescheid erhalten haben.

Da das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) leider nicht über ein  vernünftiges Terminmanagement verfügt, müssen alle Geladenen immer morgens um 8:oo Uhr vor Ort sein, was natürlich zu ewigen Wartezeiten führt, da nicht alle gleichzeitig angehört werden können. So ein Schwachsinn können sich nur Behörden erlauben. Dieser Umstand wird noch dadurch verschärft, dass die Standorte nicht immer verkehrstechnisch gut angebunden sind. Es wird den Geflüchteten zugemutet, sich einen Tag vorher in irgend einer Unterkunft in der Nähe der Behörde einzuquartieren. Dabei wird keine Rücksicht genommen, ob eventuell mehrere Kinder und Kleinkinder zu versorgen sind. Aus diesem Grund haben wir diese Fahrten so gut wie möglich begleitet. Die betroffenen Ehrenamtlichen mussten natürlich auch die vielen Stunden sinnlos warten.
Wer nun denkt, das ist alles an Behördenwillkür, der hat weit gefehlt.
Je nach politischer Stimmungslage, und die ist auf Grund der bevorstehenden Wahl angespannt, werden die Urteile über Ablehnung, subsidiärer Schutz (einjährig) oder anerkannter Flüchtlingseigenschaft (dreijähriger Schutz) recht willkürlich gefällt.
So kam es dazu, dass Geflüchtete nach Afghanistan abgeschoben werden, die Medien berichten ja aktuell davon, oder Geflüchtete aus dem Irak werden ebenso abgelehnt. In diesem konkreten Fall wurde einer Frau mit ihren fünf Kindern ein Ablehnungsbescheid versucht zuzustellen. Aus unerklärlichen Gründen konnte die Zustellung aber nicht stattfinden und die Behörde hat es nicht geschafft, in weiteren Versuchen den Bescheid zuzustellen, aber sie beharrt darauf, dass die Einspruchsfrist abgelaufen ist. Nun droht der Familie die Abschiebung! Es gilt hier zu bemerken, dass einer der Söhne seit Monaten in einer Frankfurter Klinik liegt, weil er vom IS-Schergen vier Mal in den Rücken geschossen wurde und davon querschnittsgelähmt ist.

Parallel zu dem Behördenwahnsinn sind die Geflüchteten auch durch unser Gesundheitssystem überfordert. In den Kliniken und Praxen werden teilweise die Behandlungen abgelehnt, wenn keine adäquate Kommunikation möglich ist. Auch hier unterstützen wir fast täglich durch Begleitungsfahrten und Kommunikationsvermittlung.

Da die meisten Arzt- und Behödenbegleitungen tagsüber stattfinden, ist die Belastung für die wenigen Helfer, die tagsüber Zeit haben und diese auch zur Verfügung stellen, sehr groß. Hier wünschen wir uns Unterstützung durch weitere Helfer.

Parallel zu unseren Aktivitäten haben die Schüler der CourAGe Arbeitsgemeinschaft des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums zwei tolle Events geplant, finanziert und durchgeführt: Ein Besich des Tierparks Schwarzach (wir berichteten darüber) und ein Spielenachmittag für die Kinder aus der Unterkunft. Vielen herzlichen Dank dafür!

Im Sommer ist ein Fest geplant, das von Gemeindemitglieder der Neuapostolischen Kirche ausgerichtet wird. Wir freuen uns schon auf dieses Highlight.

Ausflug am 26. November in den Tierpark Schwarzach

Die Arbeitsgemeinschaft CourAGe des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums organisierte am 26. November einen Ausflug für alle in Neckarbischofsheim lebenden Flüchtlinge. Hierfür wurde sogar ein Bus gechartert und liebevoll ein Bollerwagen mit Proviant gerichtet und mitgenommen.

Im folgenden Film haben wir Impressionen des Besuchs festgehalten. Es war toll anzuschauen, wie erwachsene Männer, die tagtäglich versuchen ihre Traumata zu verarbeiten und deshalb oft niedergeschlagen sind, an diesem Tag abschalten konnten und sehr viel Spaß hatten.